Haydar Celik „Karma der Kunst“
5. November 0:00 - 22. November 0:00

Haydar Celik
Kunst ist immer auch ein Appel. Malen allein oder eine Skulptur zu formen, ist noch keine Kunst. Sie wird es durch den Inhalt, welchen der Künstler damit zum Ausdruck bringt. Es kann sein, dass der Betrachter, die Betrachterin, etwas anderes darin erkennt, als vom Künstler beabsichtigt, aber ein gehaltvolles Werk bleibt nicht stumm.
Die Kunstgeschichte lehrt uns, dass sie den Menschen berührt. Sie ist Ausdruck der jeweiligen Zeit, aber auch ein Ruf nach notwendigen Veränderungen. So gesehen ist Kunst hoch politisch, aber nie parteilich. Sie gibt dem Sehnen jedes Einzelnen Ausdruck und sie will das Wohl jedes Lebewesens. Darum prangert wahre Kunst jedwede Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Zerstörung an. Die Art des Ausdrucks mag sich im Lauf der Jahrhunderte verändert haben, der Ruf aber bleibt gleich: geschieht einem Menschen Unrecht, erschüttert das den gesamten Planeten. Stirbt ein einziges Tier aufgrund der von uns verursachten Verschmutzung oder unethischen Behandlung, so stirbt damit das Leben selbst.
Stilrichtungen verändern sich, man muss sie nicht kopieren. Jedes Werk ist eine neue Schöpfung. Das ist der Unterschied zwischen Kunst und Handwerk. Ein Künstler ist nicht nur ein Maler oder Bildhauer, sondern ein Schöpfer für Menschlichkeit. Wir wissen, die Menschheitsgeschichte wurde von Kunst geprägt, durch die Wissenschaft erklärt und durch Empathie geformt. Die Empathie ist Basis unserer Grundrechte und sie ist auch die eigentliche Muse jedes Künstlers, jeder Künstlerin. Es erscheint mir sinnvoll, neue Techniken zu entdecken, um neue Botschaften auszusenden, wenn auch der Inhalt dieser Botschaften in allen Kunstwerken seit Menschengedenken gleichbleibt: jedes Lebewesen möge sich dieser Welt frei und glücklich erfreuen. Jeder Mensch möge seine Bestimmung finden und sie lieben können.


